Als am 2. September 2004 im Dachstuhl der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Weimar ein Brand ausbricht, befinden sich 196.000 Bücher im historischen Bibliotheksgebäude. Davon bleiben 28.000 Bände unversehrt, 50.000 Bücher verbrennen vollständig und 118.000 Bücher können nur beschädigt geborgen werden. Dazu gehören 25.000 Bergungseinheiten, die aus dem ausgebaggerten Brandschutt stammen. Diese sogenannten Aschebücher entsprechen ca. 7 Millionen Einzelblättern, wovon 1,5 Millionen Blätter restauriert werden.
Im Podcast trifft Gudrun von Schoenebeck Jürgen Weber, Laura Völkel und Ulrike Hähner in der Restaurierungswerkstatt in Weimar-Legefeld. Sie erzählen, wie man große Mengen brandgeschädigter Papiere restauriert, warum die HAWK Hildesheim ihre Studierenden nach Legefeld ins Praktikum schickt und was die Nanocellulose so besonders macht.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek am Platz der Demokratie in WeimarRokoko-Saal der Herzogin Anna Amalia BibliothekDas Deckengemälde „Genius des Ruhms“ wurde im Brand zerstört und ist rekonstruiert worden.Alte Bestände im Rokoko-SaalDie Schäden an den Büchern werden bei der Vorzustandsaufnahme dokumentiert.Auch die verbrannten Reste der Einbände werden archiviert.Ein sogenanntes AschebuchFür die Restaurierung werden die Blätter des Buches zunächst vereinzelt.Bis zu 200 Blatt können in der patentierten Kompressionskassette eingelegt werden.Die Blätter werden in der Kompressionskassette gewässert.Die Blätter werden für die Anfaserung vorbereitet.Anfaserung: Der Papierbrei ist im Wasser gelöst und wird verteilt.Die Blätter werden mit Vlies belegt.Erste Trocknung in der HydraulikpresseFilze und Beschwerungsblöcke für die weitere TrocknungDie Vliese werden abgenommenDas Japanpapier dient der Stabilisierung und ist nur 2 Gramm schwer.Prüfung der angefaserten getrockneten BlätterJetzt wird gefalzt … … und beschnittenIm neuen Blatt ist das originale Blatt nun enthaltenDie Seiten werden ineinander gelegt.Die Buchblöcke wachsen langsam zum neuen Buch.Konservierungseinband, in dem man nun wieder blättern kann.Blatt aus der Musikaliensammlung der BibliothekIn dieser Suspension befindet sich die mit bloßem Auge nicht sichtbare Nanocellulose.Laura Völkel forscht zur Nanocellulose und hat ein Sprühverfahren für einen gleichmäßigen Auftrag entwickelt. Die Nanocellulose stabilisiert die verkohlten brüchigen Ränder des Blattes.Ein besonderer Ort in Weimar: Goethes Gartenhaus