Das Bild des Restaurators – The Conservator’s Reflection

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Vom 12. bis 14. September 2019 findet in Köln die fünfte IIC Konferenz für Studenten und kürzlich graduierte Konservatoren und Restauratoren statt. Die Tagung „The Conservator’s Reflection“ am Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) bietet eine Plattform, um professionelle Ziele, Wünsche und Erwartungen zu diskutieren und sich international zu vernetzen.

Im Vorfeld der Tagung sprach Gudrun von Schoenebeck von der Online-Redaktion des VDR mit Mariana Escamilla und Charlotte Hoffmann, zwei Organisatorinnen der Konferenz.


Frau Escamilla und Frau Hoffmann, die Konferenz findet zum fünften Mal statt, zum ersten Mal in Deutschland. Wo liegen für Sie als Organisatorinnen die Chancen und Herausforderungen?

Mariana Escamilla/Charlotte Hofmann: Eine kleine Herausforderung war es bisher den Interessierten zu erklären, was die IIC-Student and Emerging Conservator Conferences für ein Format haben. Da dieses recht ungewöhnlich ist, haben wir oft Rückfragen bezüglich der Inhalt der Präsentationen – nun, die Konferenz enthält keine typischen Präsentationen zu technischen oder wissenschaftlichen Themen.
Die Konferenz ist üblicherweise in drei Diskussion-Sessions in Form von Podiumsdiskussionen eingeteilt. Die jeweiligen Sprecher erzählen über die eigenen Erfahrungen und Positionen zu einem bestimmten Thema. Danach haben die Studierenden und Emerging Conservators die Gelegenheit mit den Sprechern zu diskutieren, um Meinungen und Ansichten auszutauschen und Tipps für die berufliche Zukunft einzuholen. Als Teilnehmer der letzten zwei IIC-SEC Konferenzen können wir bestätigen: die Diskussionen werden spannend!

Wir freuen uns sehr die Konferenz dieses Jahr veranstalten zu können, um die Erfahrungen, die wir schon bei den letzten Konferenzen gesammelt haben, an mit weiteren Studierenden teilen zu können. Besonders interessant bei der Organisation der Konferenz war es für uns den Kontakt mit IIC zu knüpfen und gemeinsam Inhalte und Details anzusprechen und die Konferenz mit diesen wertvollen Erfahrungen zu gestalten.


Was hat es mit dem Titel „The Conservator’s Reflection“ auf sich? Warum haben Sie ihn gewählt?

Mariana Escamilla/Charlotte Hofmann: Innerhalb des Organisationsteams, welches aus etwa zehn Studierenden des Cologne Institute of Conservation Sciences (CICS) besteht, haben wir uns dafür entschieden, das bestehende Bild des Restaurators, also die Vorstellungen von diesem Beruf, zu hinterfragen. Wie sehen wir uns gegenseitig, wie nehmen wir uns wahr? Aber auch wie werden wir von anderen Personen und Berufsgruppen wahrgenommen? Was sollte ein Restaurator können oder wissen um wirklich ein guter Restaurator zu sein?

Wir haben dafür die Konferenz in drei Sessions unterteilt: die Erste soll analysieren, wie Restauratoren darüber denken, was Restauratoren können, wissen und sein sollten. Wo sollten unsere Schwerpunkte und Interessen liegen? In welcher Relation stehen diese zu der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt? Wo sollte der Fokus bei der weiteren Entwicklung des Berufes und entsprechend auch der Ausbildung liegen? Soll beispielsweise die Kunsttechnologie oder technical Art history stärker eingebunden werden? Soll der Fokus stärker auf dem praktischen Anteil oder der wissenschaftlichen, theoretischen Arbeit liegen?

Für die zweite Session war es für uns interessant zu analysieren, wo und wie Restauratoren in Institutionen vertreten sind. Beispielsweise soll diskutiert werden, wo Restauratoren in Hierarchien der größeren Institutionen, also in Museen, Instituten oder Laboren stehen und wie die derzeitige Position entwickelt und verbessert werden kann.

Die dritte Session soll hinterfragen, wie die breite Öffentlichkeit Restauratoren wahrnimmt. Werden wir als Handwerker, Künstler, Youtube Stars oder Wissenschaftler gesehen? Vor allem in Deutschland kommt oft die Frage auf: „kann man das überhaupt studieren?“. Wie nähern wir uns besser an das Publikum an und wie vermitteln wir ein realistischeres Bild des Berufes?


Warum sollten Restauratoren und angehende Restauratoren an der Konferenz teilnehmen?

Mariana Escamilla/Charlotte Hofmann: Zuallererst, weil es viel Spaß macht! Wir haben alle ähnliche Interessen – zumindest was den Erhalt des Kulturgutes geht. Zudem ist die internationale Vernetzung ein wichtiger Bestandteil der Konferenz – man lernt viele neue, spannende Leute kennen, denen man mit großer Wahrscheinlichkeit im weiteren Berufsleben wieder begegnet. Beispielsweise haben wir zwei unserer studentischen Sprecher selbst während der letzten beiden IIC-SECCs kennengelernt! Ziel der Veranstaltung ist unter anderem, dass erfahrene und junge Restauratoren sich in den Sessions begegnen können. Daraus entstehen oft sehr interessante und lebhafte Diskussionen, und zwar nicht nur während der Sessions, sondern auch während des Rahmenprogrammes, bei den Kaffee-Pausen und gemeinsamen Essen.

Dieses Jahr sind wir sehr glücklich eine tolle Sprecher-Gruppe in Köln Willkommen heißen zu dürfen. Unsere erfahrenen Restauratoren kommen aus einigen der bekanntesten und stärksten Hochschulen, Instituten, Museen und Ateliers der Welt. Wir freuen uns außerdem auch über die Teilnahme von Professoren unserer Hochschule und auch Mitglieder des VDRs und IIC. Für die diesjährige Konferenz haben wir außerdem ein neues Sprecher-Konzept eingeführt – auf der Bühne wird pro Session ein studentischer Sprecher als Repräsentant der jungen Restauratoren involviert sein. Wir laden alle Interessentierten herzlich ein, sich das Programm anzuschauen!

Liebe Mitstudierende und Emerging Conservators, wir freuen uns wirklich sehr euch alle in Köln von 12. bis zum 14. September 2019 treffen zu können!

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